Jubiläumsfeier am 17. Oktober 2026

HALLO - BONJOUR – GUDDE MOIEN

So wie in unserer Region drei Länder aneinandergrenzen und neue Räume und Synergien entstehen, so bündeln wir Frauen des Clubs Merzig-Saarlouis seit nun 20 Jahren unser Potenzial.
Indem wir unsere Kräfte grenzüberschreitend verbinden, werden wir aus der Mitte Europas heraus wirksam.
Als engagierte Frauen gestalten wir Zukunft, solidarisch, verantwortungsvoll -und mit klarer Stimme.
In diesem Sinn haben wir am 17. Oktober 2026 unser 20-jähriges Jubiläum gefeiert unter dem Motto

ÜBER GRENZEN VERBUNDEN - GEMEINSAM STARK



Festakt in der Alten Abtei Mettlach mit Gästen aus Politik und Gesellschaft

Der Beginn der Feierlichkeiten zu unserem 20-jähriges Bestehen fand am Vormittag im Refektorium der Alten Abtei in Mettlach statt. Im Mittelpunkt standen die Arbeit unseres Clubs und sein Engagement für Frauenrechte, gegen Gewalt an Frauen und Mädchen sowie für Völkerverständigung und Frieden.

Nach der Begrüßung durch Clubpräsidentin Dr. Sigrid Alt überbrachten Dagmar Heib, Vizepräsidentin des Saarländischen Landtages, Daniela Schlegel-Friedrich, Landrätin des Kreises Merzig-Wadern, Marcus Hoffeld, Oberbürgermeister der Kreisstadt Merzig, und Dr. Beate Speicher vom SI Club Düsseldorf Hofgarten, Präsidentin von Soroptimist International Deutschland im Jahr 2006, ihre Grußworte. Eine Kerzenzeremonie ergänzte das Programm.

Den Festvortrag hielt Dr. Claire Le Van, Philosophin und Irenologin an der Universität Straßburg. In ihrem Vortrag „Louise Weiss - eine Frau des Friedens“ stellte sie das Leben und Wirken der Journalistin und Politikerin vor, die sich für Frauenrechte und für die europäische Verständigung einsetzte.

Für die musikalische Begleitung sorgte Gitarrist Nassir Yassin. Ein Rückblick der Clubpräsidentin auf die vergangenen 20 Jahre sowie ein anschließender Sektempfang im Kreuzgang der Abtei beendeten den Festakt, an dem 80 Gäste aus Deutschland, Frankreich und Luxemburg teilgenommen hatten.

alle Fotos: Wolfgang Birkenbach


Festvortrag von Dr. Claire Le Van


Der Nachmittag

Am Nachmittag hatten die Gäste die Wahl zwischen zwei Veranstaltungen, einer Führung durch die Villeroy&Boch Welt in Mettlach oder einem geführten Besuch der Römischen Villa Borg.

Clubschwester Elfriede Klein gab zu Beginn einen Überblick über den Veranstaltungsort vom Vormittag: die Alte Abtei, ein barocker Bau aus dem 18. Jahrhundert, ist seit 1842 Sitz der Unternehmenszentrale von Villeroy&Boch. Die ehemalige Benediktinerabtei verbindet damit Klostergeschichte und Industriegeschichte. Sehenswert ist auch der angrenzende Abteipark: Er beherbergt seltene Baumarten, den mehr als 1.000 Jahre alten Alten Turm und den „Erdgeist“, eine rund 14 m hohe Efeufigur des Künstlers André Heller. 12 großformatige Keramikbilder bilden zudem ein Kunstensemble zur „Weltkarte des Lebens“.

Die römische Villa bei Perl-Borg stellt einen Archäologiepark dar, der das Leben auf einem römischen Landgut vor rund 2.000 Jahren veranschaulicht. Die rekonstruierte Anlage umfasst ein Herrenhaus, ein Badehaus, eine römische Küche, Gärten und eine Taverne. Archäologische Funde und anschaulich gestaltete Gebäude vermitteln Einblicke in den Alltag und die Badekultur der Römer in der Region.

Beide Führungen fanden großes Interesse, dies insbesondere bei den auswärtigen Gästen.

Festlicher Abend in Schloss Saareck

Der Abend begann mit einem Apéritif-Empfang in dem repräsentativen Anwesen am Ufer der Saar, begleitet von dem Musiker-Duo Louisa Maas (Sopran- und Altstimme) und Peter Maas (Klavier). Das anschließende festliche Abendessen mit 80 Gästen fand im wunderschön dekorierten Festsaal des Schlosses statt. Neben dem kulinarischen Genuss boten sich Gelegenheiten zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch in angenehmer Gesellschaft. Zwischen den Gängen traten Louisa und Peter Maas erneut auf und erfreuten die Gäste aus drei Ländern mit französischen Chansons.

Gegen Mitternacht ging der ereignisreiche Jubiläumstag zu Ende.


Interview Sigrid Alt

Die Saarbrücker Zeitung veröffentlicht am 16./17. Oktober 2026 ein Interview mit unserer Präsidentin

„Trauen Sie sich, Ihre Stimme zu erheben“

Die Präsidentin der Soroptimistinnen Merzig-Saarlouis spricht über die Ziele, die sich die Frauen gesetzt haben.

Merzig/ Saarlouis Im September 2006 haben 21 Frauen den Serviceclub Soroptimist Merzig-Saarlouis ins Leben gerufen. Die Soroptimistinnen sind Teil eines weltweiten Netzwerks berufstätiger Frauen, das sich insbesondere für die Rechte, Bildung und Chancengleichheit von Frauen und Mädchen einsetzt. Präsidentin Sigrid Alt zieht im Jubiläumsjahr ein Resümee des Engagements der Soroptimistinnen.

20 Jahre Soroptimist Merzig-Saarlouis: Was waren Ihrer Meinung nach die fünf herausragendsten Aktionen in den zwei Jahrzehnten seit der Gründung?
ALT Seit 2010 gestalten wir einen besonderen Adventskalender, dessen Erlös einem guten Zweck zukommt. Unser Club hat Schule und Studium eines Mädchens in Tororo in Uganda finanziert und konnte zusätzlich eine lebensverbessernde Operation für Marion hier im Saarland organisieren. Die Gestaltung der Orange Days in Merzig ist seit 2020 eine gemeinsame Aktion mit der Stadt Merzig und inzwischen auch mit dem Landkreis. Wir haben eine Renaturierung auf einer Strecke von mehr als 600 Meter am Kohlenbrucher Bach bei Wellingen durchgeführt – Projektbeginn 2014, Projektende war 2026. Wir haben gemeinsam mit den Clubschwestern (CL) aus Diekirch in Luxemburg die Pflanzung der Soroptimistische Rose „Womens Voice“ an verschiedenen herausragenden Stellen im Saarland organisiert. Im Garten der Sinne in Merzig, in der Innenstadt von Saarlouis, am Europadenkmal in Berus, im Deutsch-Französischen Garten Saarbrücken, Im Rosengarten von Saverne fand die Pflanzung der Rosen am 50. Weltfrauentag mit CS aus Frankreich, Luxemburg und Deutschland statt.

Was war der Grund, den Serviceclub berufstätiger Frauen ins Leben zu rufen?
ALT Unser Club wurde gegründet, um ein Netzwerk von Frauen aufzubauen, die Verantwortung übernehmen und gesellschaftlich etwas bewegen wollten. Soroptimistinnen setzen sich gemeinsam ein für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Mädchen regional und international. Im Mittelpunkt stehen nicht nur persönliche Kontakte, sondern insbesondere gemeinnütziges Engagement für die Förderung von Frauen und Mädchen.

Mit wie vielen Mitgliederinnen ist Ihr Club gestartet und wie viele zählen Sie im Jubiläumsjahr? Wie viele Berufsfelder sind in Ihrem Club vertreten?
ALT Gegründet wurde unser Club mit 21 Clubschwestern in 21 verschiedenen Berufen. Heute zählen wir 28 Clubschwestern in 27 unterschiedlichen Berufen.

Welche Ziele wollen Sie in den nächsten zwei Jahren erreichen?
ALT Unsere Präsidentin ab Januar 2027 wird ihre Amtszeit unter ein besonderes Thema stellen. Unabhängig davon werden wir uns sicher gerade im Wahljahr 2027 starkmachen für Demokratie und die Themen Gleichstellung, Bildungschancen für Mädchen, Erhalt der Meinungs- und Pressefreiheit und gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen, die sich in Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft engagieren wollen?
ALT Mein Rat ist: Trauen Sie sich, Ihre Stimme zu erheben und Verantwortung zu übernehmen. Warten Sie nicht darauf, bis Sie sich für alles ausreichend qualifiziert fühlen. Engagement beginnt oft mit einer Idee, einer Frage oder dem Mut, etwas anders machen zu wollen. Suchen Sie sich Menschen, die Sie unterstützen, nutzen Sie Mentorinnenprogramme, bauen Sie Netzwerke auf und nutzen Sie Ihre beruflichen und persönlichen Fähigkeiten. Und vor allem: Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn Veränderungen Zeit brauchen. Gesellschaft verändert sich, wenn Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich einzumischen. Genau dafür steht auch Soroptimist International: Frauen stärken, Chancen schaffen und gemeinsam etwas bewegen.

Was wünschen Sie sich für den Club für die nächsten 20 Jahre?
ALT Wir wünschen uns weiterhin junge Frauen, die die Ideen von Soroptimist unterstützen und gemeinsam mit engagierten älteren Clubschwestern gute Wege finden, die Ziele von Soroptimist International weiterzuentwickeln und umzusetzen. Das geht nur, wenn im Club weiterhin neben allem Engagement auch die Freude bestehen bleibt, gemeinsam Themen anzupacken, Respekt und Freundschaft untereinander zu pflegen und offenzubleiben für neue Ideen und neue Begegnungen, die unser Clubleben bereichern. (lal/avm)

Die Fragen stellte Margit Stark


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