Unser Demonstrationszug durch die regennassen Straßen der Merziger Innenstadt wird von Trommelschlägen begleitet. Rund 40 Menschen haben sich am 25. November von der Stadthalle durch den Stadtpark und die Fußgängerzone zum Kirchplatz St. Peter auf den Weg gemacht. Mit Transparenten, Bannern und Zwischenrufen machen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer laut auf ihr Anliegen aufmerksam: Stoppt Gewalt gegen Frauen!
Am Treffpunkt vor der Stadthalle erinnerte Club-Präsidentin Dr. Sigrid Bitsch an das Ausmaß der Problematik. Gewalt gegen Frauen habe viele Gesichter – analog wie digital – und finde häufig im häuslichen Umfeld statt. „Alle zwei Minuten erfährt in Deutschland eine Frau Gewalt“, mahnte sie. Im Saarland seien im vergangenen Jahr 2.700 Frauen Opfer häuslicher Gewalt geworden, für fünf von ihnen endete die Gewalt tödlich. „Das alles ist für uns nicht hinnehmbar.“
Unterstützt wurde unsere Auftaktveranstaltung unter anderem von den Omas gegen Rechts, dem Frauenrat Saarland, Vize-Landtagspräsidentin Dagmar Heib sowie der Gleichstellungsbeauftragten Doreen Schrecklinger-Leuchtle. Auch Oberbürgermeister Marcus Hoffeld dankte den Organisatorinnen für ihr Engagement. Trotz Regen und der krankheitsbedingten Absage der Sambagruppe „Balawaa“ ließ sich der Zug nicht aufhalten – Mergim Ukai sprang spontan mit seiner Tupan ein und sorgte für rhythmische Begleitung.
Auf dem Kirchplatz St. Peter betonte Frau Schrecklinger-Leuchtle die gesellschaftliche Verantwortung: „Weil Schweigen schützt. Aber nicht die Betroffenen, sondern die Täter.“ Gewalt gegen Frauen sei keine private Angelegenheit, sondern eine Menschenrechtsverletzung. Hinschauen sei zentral: „Hinschauen rettet Leben.“
Ein Film von Johann Kunz, SR, Aktueller Bericht vom 25.11.2025 19:20 Uhr (Nachrichtenblock)