Auftakt am 28. November 2024

Unser Auftakt fand in Merzig am 28. November 2024 erneut im Anschluss an die Eröffnung des Merziger Weihnachtsmarkts statt. Wie in den vergangenen Jahren standen die Soroptimistinnen mit ihrem Infostand für Fragen zur Verfügung und gaben Infomaterial heraus, u. a. verteilten wir unsere diesjährigen Brötchentüten mit der bekannten Aufschrift Gewalt kommt nicht in die Tüte!, gefüllt mit Orangen.
Polizeioberkommissar Kopytka und Kriminalhauptkommissarin Orth von der Merziger Polizeiinspektion unterstützten unseren Serviceclub am Infostand. Beide sind in ihrer Arbeit mit dem Thema häusliche Gewalt konfrontiert. Durch ihre Präsenz wollten sie auch helfen, Berührungsängste abzubauen.

Straftaten gegen Frauen und Mädchen steigen in allen Bereichen
Im Anschluss an die Eröffnung des Weihnachtsmarkts durch Herrn Oberbürgermeister Hoffeld wies Präsidentin Renate Memmesheimer auf die weltweiten Orange Days hin und legte erschreckende Zahlen aus dem neuen Lagebild "Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“ vom 18.11.2024 vor. Danach ereignet sich fast jeden Tag ein Femizid in Deutschland, alle drei Minuten erlebt eine Frau oder ein Mädchen in Deutschland häusliche Gewalt, jeden Tag werden mehr als 140 Frauen und Mädchen in Deutschland Opfer einer Sexualstraftat. Sie werden Opfer, weil sie Frauen sind.

Diese Zahlen über Gewalt gegen Frauen gehen uns alle an
Frau Memmesheimer bat eindringlich darum hinzuschauen, Missbrauch sichtbar zu machen und das Schweigen zu brechen. Sie schloss mit dem Wunsch auf eine sichere und gerechte Gesellschaft ohne Angst und Unterdrückung, auf ein gewaltfreies Miteinander im privaten Umfeld, in der Öffentlichkeit und im digitalen Raum - dem Schwerpunkt der diesjährigen Orange Days auf europäischer Ebene.
Sie bedankte sich im Namen unseres Serviceclubs herzlich bei Oberbürgermeister Hoffeld für die konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt Merzig.

Read The Signs

Für die Soroptimistinnen in Europa stand das Thema „Digitale Gewalt erkennen und bekämpfen“ im Fokus. Damit wird der wachsenden Bedeutung des Online-Lebens in unserer Gesellschaft Rechnung getragen.
Über das Internet verbreiten sich Informationen in Sekundenschnelle vor einem großen Publikum. Sie können mit vielen Menschen geteilt, aber auch heruntergeladen und bearbeitet werden, oft können sie nur schwer gelöscht werden. Insbesondere Jugendliche geben über soziale Netzwerke und Instant-Messenger-Dienste zahlreiche private Informationen preis und ermöglichen so anderen, sie bloßzustellen und zu schädigen. Studien zeigen, dass bis zu 73% der Frauen weltweit bereits Opfer von Online-Gewalt wurden.
Digitale Gewalt erscheint in einer Vielzahl von Angriffsformen, die auf Verunglimpfung, Rufschädigung, soziale Isolation und die Nötigung oder Erpressung eines bestimmten Verhaltens der Betroffenen abzielen. Zudem kommt es mitunter zu gezielten Bedrohungen und Androhungen schwerer Straftaten gegenüber den Betroffenen. Bei minderjährigen Opfern geht es bei digitaler Gewalt mehrheitlich um Missbrauchsstraftaten. Die scheinbare Anonymität im Internet senkt die Hemmschwelle für Cyber-Crime und erschwert die Möglichkeit der Rückverfolgung.

Reale Gewalt wird im digitalen Raum fortgesetzt.

Die Täterinnen und Täter sind den betroffenen Mädchen und Frauen oft bekannt. Es können Verwandte, Bekannte, aber auch Kolleginnen und Kollegen sein. Wenn die Täterinnen oder Täter die Mädchen oder Frauen direkt angreifen, kann digitale Gewalt auch zu körperlicher oder sexueller Gewalt werden. Die Beweggründe der Täterinnen und Täter sind sehr vielfältig. Oftmals zielen sie mit ihren Aktivitäten jedoch darauf ab, die ausgewählten Personen zu demütigen, ihren Ruf zu schädigen und sie sozial zu isolieren.
Der Schwerpunkt liegt in der Prävention: zum einen in der Schaffung eines sichereren Online-Umfelds und der Stärkung der digitalen Kompetenz. Aber auch reaktive Maßnahmen sind wichtig: leider sind Anzeigen immer noch ein Problem, weil sich die meisten Opfer isolieren und schweigen. Dadurch verringert sich die Aufmerksamkeit der Gesellschaft und die Straflosigkeit wird verstärkt.

Digitale Gewalt ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat.
Betroffene Mädchen und Frauen, Angehörige, Freundinnen und Freunde, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sowie Fachkräfte können sich bei allen Fragen zu digitaler Gewalt an das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen unter 116016 (www.hilfetelefon.de) wenden.

Gewalt kommt nicht in die Tüte!

Zum 4. Mal haben wir unsere Brötchentütenaktion Gewalt kommt nicht in die Tüte! gestartet, um ein deutlich sichtbares Zeichen gegen jede Form von Gewalt, die Frauen Tag für Tag in allen Bevölkerungsschichten erleiden, zu setzen.
Dieser Schriftzug fällt auf 65.000 weißen Bäckertüten in der Region ins Auge, die das Thema ins Bewusstsein der Menschen tragen sollen. Mit den Tüten gelangen der Appell und die Notfallnummer direkt nach Hause.

Merzig leuchtete orange

Einzelne Wahrzeichen in der Stadt leuchteten wieder orange, wie die historische Seffersbachbrücke und die Vorplätze der evangelischen und der katholischen Kirche St.Peter. Zusätzlich wiesen wir mit Plakatierungen, Anzeigen auf Videowalls und Pressebegleitung 16 Tage lang auf die Orange Days hin

 

sofern nicht anders vermerkt - Bilder: SI Merzig-Saarlouis

Die Unterstützer 2024

Für die freundliche Unterstützung bei der Vorbereitung der diesjährigen Orange Days bedanken wir uns herzlich bei:

  • Herrn Oberbürgermeister Marcus Hoffeld, der Stadtverwaltung Merzig und dem Baubetriebshof der Stadt
  • Polizeiinspektion Merzig
  • Dekoba Werbung GmbH
  • der evangelischen und der katholischen Kirche St.Peter in Merzig

Für die freundliche Unterstützung der Brötchentütenkampagne Gewalt kommt nicht in die Tüte! bedanken wir uns herzlich bei:

  • Bäckerei Adelmann
  • Bäckerei Udo Lauck
  • Bäckerei A. Meguin
  • Bäckerei Tinnes
  • Bäckerei & Café Marxen GmbH & Co. KG, Mettlach
  • Bäckerei-Konditorei Welling GmbH
  • Ludwig Pieper GmbH & Co. KG
  • M+P Louis Bäckerei-Konditorei-Caféhaus GmbH
  • Marxen`s Bäckerei GmbH, Merzig
  • Opa Nikel's Backstub
  • Werthmüller GmbH

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