Internationale Begegnung zum 50. Weltfrauentag am 8. März 2025 in Saverne (F)
Feier der Rosenpflanzung aus Anlass des 50. Weltfrauentags
Aus Anlass des 50. Weltfrauentags 2025 luden die Soroptimistinnen des Clubs Merzig-Saarlouis Soroptimistinnen aus Straßburg (F) und Diekirch (L) zu einer Feier ein. Auf Initiative unserer Clubschwester Elfriede Klein fand die Veranstaltung in Saverne (F) statt. Am Fuß der Nordvogesen und mit Blick über die Rheinebene gelegen stellt das "Elsässische Versailles“ mit seinen herrschaftlichen Gebäuden und altehrwürdigen Häusern einen wunderschönen Anziehungspunkt dar.
Zur Einstimmung auf den 50. Weltfrauentag gab es eine Führung durch die Ausstellung Louise Weiss im Schloss Rohan. Dr. Claire Le Van und Emmanuelle Thomann informierten über das Leben der großen französischen Politikerin, Schriftstellerin, Journalisten und Feministin, die sich für internationale Zusammenarbeit, europäische Integration, Frieden und Frauenrechte engagierte.
Im Anschluss gingen die Soroptimistinnen aus drei Ländern zur Rosenfeier in den international bekannten Rosengarten der Stadt, der mit seinen 5.000 Rosen aus 800 Rosensorten eine besondere Attraktion von Saverne darstellt.
Soroptimist Women’s Voice
Die Soroptimistinnen haben eine eigene Rose mit dem Namen „Soroptimist Women’s Voice“, ein Symbol für Frauen weltweit. Darüber hinaus steht sie für Verbundenheit und Zuneigung, für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit in Europa und der Welt.
Anlass genug, um im zweitältesten Rosengarten Frankreichs die soroptimistische Rose zu pflanzen!
Damit bekräftigten die Soroptimistinnen aus drei Ländern ihr Engagement, die „Stimme der Frauen“ zu erheben, wo immer es notwendig ist.
Dank des Vereins der „Amis des Roses de Saverne“ und ihrem Vorsitzenden Ralph Schmitt sowie dank des freundlichen Entgegenkommens der Stadt Saverne mit Bürgermeister Stéphane Leyenberger wurde unsere Rosenpflanzaktion ermöglicht.
Für ein starkes Europa
Bürgermeister Leyenberger begrüßte herzlich über 50 Soroptimistinnen, die Ehrengäste sowie Vertreter der französischen Presse. In seiner Ansprache bezog sich der Bürgermeister sowohl auf das 50jährige Jubiläum des Weltfrauentags als auch auf die aktuelle politische Situation in Europa und betonte die Notwendigkeit der europäischen Einheit, um gemeinsam Demokratie und Freiheit zu verteidigen.
Patricia Chabas, Präsidentin von Soroptimist International Club Strasbourg, berichtete über die Entstehung und Bedeutung des Internationalen Weltfrauentags. Auch sie schloss sich dem Wunsch nach Stärke und gemeinsamen Handeln der europäischen Gemeinschaft an.
Cyrille Schott, Politikwissenschaftler, ehemaliger Präfekt in mehreren Regionen Frankreichs und Berater von Präsident Mitterrand, hielt als überzeugter Europäer ein Plädoyer für Europa. Seine Überlegungen zum Frieden in Europa, dem wir seit 80 Jahren ein Leben in Sicherheit verdanken, zum Krieg in der Ukraine und zu extremistischen politischen Standpunkten führten ihn zu dem Schluss, dass Europa die Bedrohungen nicht ignorieren dürfe und darauf adäquat reagieren solle. Europa sei dazu in der Lage. Wenn es seinen Zusammenhalt bewahre, könne es sich in der Welt als wahre demokratische Macht behaupten. Eine demokratische Gesellschaft beinhalte Gerechtigkeit, wozu auch die Realisierung der Gleichstellung von Mann und Frau gehöre, einer der Grundwerte der Europäischen Union. Dieser Tag der grenzüberschreitenden Begegnung sei auch in diesem Sinne zu verstehen, als ein wichtiges Symbol für die Stimme der Frauen, für Gleichberechtigung und Sichtbarkeit.
Marie-Laure Jundt, Vorsitzende des Komitees Nordelsass der Société des Membres de la Légion d'Honneur, sprach über das Engagement von Frauen in unserer Gesellschaft im Allgemeinen, über ihr Engagement im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft und für den Frieden und beglückwünschte die Soroptimistinnen zu dieser Aktion. Sie hob das Eintreten für den Dialog zwischen den Generationen hervor, um eine nachhaltige Grundlage für die demokratischen Grundwerte in der Zukunft zu schaffen. Junge Menschen seien Träger des Wandels, sie lehnten Ungerechtigkeit ab und seien Vermittler von Erinnerung. Sie schloss mit einem Zitat von Simone Polak, die Auschwitz überlebte: "Hass bringt Dich nicht weiter; denn wenn Du jemanden hasst, hindert es Dich daran, zu leben."
Nach der Rosenpflanzung durch die Ehrengäste und die Präsidentinnen erläuterte Fabienne Gutenkauf, Präsidentin von Soroptimist International Club Diekirch, wie es zu der Rose „Soroptimist Women’s Voice“ kam. Die Beetrose erhielt im Juni 2019 von der "Union Soroptimist International de Luxembourg" ihren Namen, seither fördert die Union mit dem Verkaufserlös der Rosenstöcke soziale Projekte für Frauen und Kinder. “Soroptimist Women's Voice“ ist eine Kreuzung von "Rosa Melglory" mit "Golden Celebration", wird ca. 80 cm hoch und bezaubert mit ihrem sehr angenehmen Duft. Die Luxemburgerin verlieh ebenfalls dem Wunsch Ausdruck, dass die europäische Gemeinschaft gemeinsam die Vision eines souveränen Europas verwirklichen möge.
Das Schlusswort übernahm Dr. Sigrid Bitsch, Präsidentin von Soroptimist international Merzig-Saarlouis. Sie schloss sich den Vorrednern an und betonte, dass eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei von Gewalt leben können, die Grundlage einer funktionierenden Demokratie und auch der Grundgedanke Europas sei. In diesen Zeiten, in denen Gleichberechtigung, Freiheit, Frieden und ein selbstbestimmtes Leben zunehmend bedroht werden, sei es besonders wichtig, zusammenzustehen und die Stimmen zu erheben. Mit dieser Aktion am Weltfrauentag zeigen die Soroptimistinnen aus drei Ländern, dass sie gemeinsam für Europa und für diese Werte eintreten. Für diese Ziele habe vor gut 100 Jahren bereits Louise Weiss gekämpft, der hier in Saverne ein wunderbarer Platz der Erinnerung geschaffen wurde.
Sie bedankte sich abschließend sehr herzlich bei allen Beteiligten für ihre Gastfreundschaft und ihre Mitwirkung.
Pianist Rudi Valdivia stimmte die Europahymne an, die die Gäste in zwei Sprachen mitsangen.
Herzlicher Dank an Elfriede Klein
Beim anschließenden Empfang zum Ehrenwein im Pavillon des Rosengartens, zu dem die „Amis des Roses de Saverne“ einluden, ergaben sich Gelegenheiten zum Knüpfen von Kontakten und zum Gedankenaustausch, der bei dem anschließenden gemeinsamen Mittagessen vertieft wurde.
Nach einem Stadtrundgang am Nachmittag verabschiedete Clubschwester Elfriede die Gäste. Alle bedankten sich sehr herzlich bei ihr für die Organisation dieser wunderbaren Begegnung anlässlich des 50. Jahrestags des Weltfrauentags.